Grenada- Spice Island

Ende Juli erreichen wir Grenada. Schon auf den ersten Blick unterscheidet es sich deutlich von Tobago. Auf unseren zahlreichen Ausflügen lernen wir die Insel genauer kennen. Nach einer einstündigen Busfahrt erreichen wir den Ort Victoria. Dort versteckt sich, eingebettet zwischen Bananenstauden, Muskatnuß- und Kakaobäumen, ein schönes Gebäude – die Schokoladenmanufaktur. Wir werden schon erwartet, in der Plantage bei den Kakaofrüchten beginnt eine interessante Führung für uns, es wird der Herstellungsprozess erläutert und am Ende steht die Schokoladenverköstigung, bei der nicht nur die beiden Kinder Fritz und Thorben kräftig zulangen.

Auf schlammigen Pfaden, durch dichtes Grün und über reißende Bäche erkunden wir den Dschungel und die Wasserfälle von Grenada. Überall entdecken wir bekannte und unbekannte Früchte wie: Papayas, Bananen, Ananas, Guave, Love Apples, Limetten und viele mehr. Da wir mit einer Gruppe von Seglern unterwegs sind, weiß immer jemand über die Flora bescheid. Bei einem Sundowner, begleitet von Livemusik, lassen wir den Tag in der Tikibar ausklingen.

Seit Monaten sind wir schon gespannt auf das Treffen mit Brett und Fran. Die beiden haben wir während unserer ersten Segelreise vor 12 Jahren in Brasilien kennengelernt. Sie haben sich damals auf Grenada niedergelassen und ein Unternehmen gegründet. Die Wiedersehensfreude ist groß und Thorben spielt mit Tochter Jade, die in ähnlichem Alter ist.

Leider haben wir auch wieder mal eine lange Arbeitsliste: neue Sitzbretter für Liese, unser Dingi, eine neue Sprayhood für Lotte, frischer Lack für die Holzteile und neues Antifouling gegen den ständigen Bewuchs.

Ebenfalls in der Karibik, aber weit genug entfernt, fegen derweil die Hurrikane Irma und Maria über die Inseln hinweg. In einigen Gegenden, wie z.B. Dominica, richten sie großen Schaden an. Auf Grenada stehen überall Spendenboxen, in denen die am dringst benötigten Dinge gesammelt werden. Gebraucht wird einfach alles, von Lebensmitteln, über Dieselfässer bis hin zu Holz und Nägel. Eine Seglerin organisiert ein Benefizkonzert mit lokalen Gruppen und Seglerbands. An dem geselligen Abend kommen 10000 EC Dollar Spenden zusammen!

Sonntag Mittag bekommt Sascha heftige Bauchschmerzen, die schnell unerträglich stark werden. Da sie vor allem im rechten Unterbauch sind, haben wir die Befürchtung, daß es der Blinddarm ist. Wir müssen ins Krankenhaus. Nur zieht leider gerade ein starker Squall über den Ankerplatz, rudern unmöglich! Über Funk rufen wir Onni von der Yacht Elonnisa der uns mit seinem Motordingi schnell an Land bringt. Die Coastguard bringt uns dankenswerterweise in das General Hospital. Die Notaufnahme hat Dritte-Welt-Standard, dreckig, alte verrostetet Gerätschaften, kalt wie ein Kühlschrank. Röntgenbilder gibt es nur gegen Vorkasse, das Geld steckt der Radiologe verbotener- weise gleich selbst ein, wie wir später erfahren werden. Nach gründlicher ärztlicher Untersuchung, stellt sich heraus, das es sich wohl um einen Nierenstein handelt. Sascha muss eine Nacht zur Beobachtung dableiben und wird am nächsten Tag wieder entlassen. Auf Martinique, dort erhoffen wir uns einen besseren medizinischen Standard, wollen wir noch eine Ultraschalluntersuchung machen lassen.

Mitte Oktober soll es für uns weitergehen, zunächst nach Carriacou, eine Insel die noch zu Grenada gehört, über die Grenadinen (St. Vincent), Bequia, St. Lucia bis nach Martinique.

Was wir dabei so erleben, erfahrt ihr im nächsten Bericht.

 

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