Lanzarote und La Gomera

Über eine steile, schmale, gewundene Straße fährt unser Bus durch Lanzarotes Nationalpark. Um uns herum eine faszinierende Vulkanlandschaft in verschiedenen Rottönen. So ungefähr muß es wohl auch auf dem Mars aussehen.

Für eine Woche haben wir ein Auto gemietet, um die Gegend zu erkunden. Wir sind begeistert von der Schönheit der Insel. Zum ersten Mal lassen wir unsere Kameradrohne fliegen um einige Luftaufnahmen zu bekommen.

Jetzt würden auch die Pillen gegen Seekrankheit helfen; wir sitzten auf einem Dromedar und ziehen mit einer Karawane durch Timanfaya. Darauf hat sich Thorben schon die ganze Woche gefreut. Am spannensten findet er die Kamelköttel von den Tieren vor uns!

Leider haben wir das Auto nicht nur zum Vergnügen. Auf Lanzarote haben wir eine gute Möglichkeit unseren Proviant für die bevorstehende Atlantiküberquerung aufzustocken. Stunden verbringen wir im Lidl, Hiperdino und Mercadona. Viermal zeigt der Einkaufsbon über 100 Euro an. Mehr als eine Tonne an Lebensmitteln müssen wir auf unserer „Lotte“ verstauen. Dazu kommen   Weihnachtsgeschenke und 40 Liter Petroleum.

Wir sind froh als wir das Auto wieder zurückgeben und die Einkaufstouren ein Ende haben.

Mittlerweile sind unsere Freunde auf ihren Yachten weitergezogen und auch für uns wird es nach über einem Monat Zeit, die Leinen zu lösen.

Uns erwartet schönstes Segelwetter und eine interessante Route. Bei Sonnenuntergang segeln wir an der Küste von Fuerteventura entlang. Nachts sieht man schon den Widerschein der Lichter von Las Palmas  am Himmel. Am zweiten Tag begleitet uns die gewaltige, rauhe Küste von Gran Canaria an Backbord. Voraus entdecken wir schon den spitzen Kegel des Pico del Teide auf Teneriffa über den Wolken. Nachts runden wir die Südspitze Teneriffas um exakt nach 48 Stunden  in dem kleinen Hafen von San Sebastian auf La Gomera einzulaufen.

Erstmals auf dieser Reise haben wir unseren Wetterbericht von INTERMAR über Amateurfunk bekommen. Hierbei handelt es sich um Funkamateure die täglich deutschsprachige Fahrtensegler auf den Weltmeeren betreuen.

In San Sebastian dreht sich momentan alles um ein Thema: Die „Talisker Atlantic Challenge- The world’s toughest row!“ 12 Teams wollen in ca. 7 m langen und  sehr schmalen Ruderbooten von La Gomera über den Atlantik nach Antigua rudern. Dabei wäre es doch so einfach ein Segel zu setzten :-).

Die Stege sind bevölkert von Fernsehteams, die die muskelbepackten Männer und Frauen interviewen.  An den Booten wird fleißig gebastelt, gestaut und geputzt. Nachmittags geht es zum Training raus aufs Meer. Wir sind sehr interessiert und kommen mit Azud vom Team „Fresh Dental“ ins Gespräch. Am meisten fürchtet er das ständige Rollen im Seegang. Ab sofort ist das Boot mit Nummer 11 aus Devon, England unser Favorit. Der Startschuß fällt am 14.12.16 ca. 60 bis 90 Tage später kommen sie dann in Antigua an.

Auf einem noch kleineren Boot (ca. 6m) macht Christoph gerade die Leinen los mit Ziel Karibik. Mit 18 Jahren, direkt nach der Schule, ist er aus Deutschland aufgebrochen. Was für eine tolle Erfahrung in diesem Alter!

Unser nächstes Ziel sind die Kapverdischen Inseln. Bis ihr lesen könnt, wie es dort weitergeht, müsst ihr euch evt. ein wenig gedulden, da es wahrscheinlich nicht überall Internet geben wird.

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