Luxus und Naturkatastrophen- Antigua und die BVI‘s

An unserem Ankerplatz Falmouth Habour, Antigua, sind wir umgeben von den Megayachten der Reichen und Superreichen der Welt. Tagsüber polieren die Crews die Luxusschiffe auf Hochglanz. Abends, wenn die Unterwasserbeleuchtung das Meer erhellt, werden auf dem Vordeck die Muskeln trainiert.

Ein Spaziergang führt uns zu „Nelsons Dockyard“, dem ehemaligen Amtssitz Admiral Nelsons. Heute beherbergen die liebevoll restaurierten Gebäude unter anderem ein Museum, die Bäckerei und das Marinabüro. Bänke unter schattenspendenden Bäumen laden zum Verweilen ein. Vor dieser prachtvollen Kulisse ist die Bühne der „Talisker Whiskey Atlantic Challenge“ aufgebaut. Nach 3600 Seemeilen erreichen die Atlantikruderer hier ihr Ziel. Auf La Gomera haben wir die Vorbereitung und den Start des vorherigen Rennens miterlebt. Mit der Hymne von Queen „We are the Champions“, roten Fackeln und unter tosendem Applaus laufen die Sportler ein. Bärtige Männer (und nichtbärtige Frauen) betreten nach ca. 60 Tagen auf See, noch etwas unsicher, festen Boden.Der spanische Teilnehmer versichert uns, daß er heilfroh sei angekommen zu sein und dieses Abenteuer nicht nochmal unternehmen möchte. Wir glauben ihm das aufs Wort.

Einen Nachttörn weiter erreichen wir St. Martin, die kleinste, in zwei Staaten geteilte, Insel. Unser Anker fällt in der Marigot Bay auf der französischen Seite. Häuser ohne Dächer, umgeknickte Straßenschilder, Autos mit Scheibenersatz aus Plastikfolie und unzählige Schiffswracks zeugen von der unglaublichen Zerstörungskraft des Hurrikans „Irma“. Wir sind sehr betroffen als wir durch die Straßen ziehen, auf der Suche nach Geschäften, die schon wieder geöffnet haben. Ein nahe gelegener, großer Supermarkt steht der Bevölkerung, frisch renoviert, zur Verfügung. Auch wir profitieren von der guten Versorgungsmöglichkeit und laden „Lotte“ noch mal ordentlich voll.

Gemeinsam mit der Familie von der „Luna“ fahren wir mit dem Minibus auf die niederländische Seite, zum Maho Beach. Berühmt ist der Strand nicht wegen seiner Kokospalmen, weißem Sand oder türkisfarbenem Wasser, sondern vielmehr wegen der Start- und Landebahn des Princess Juliaana Airport. Diese endet direkt am Wasser und ist mit knapp über 2000m extrem kurz. Die Piloten müssen sie sehr tief anfliegen, um die volle Länge nutzen zu können. Steht oder liegt man am Strand, sorgt dies für eine spektakuläre Aussicht. Den größeren Nervenkitzel bietet allerdings der Start der großen Jets. Sobald die Triebwerke Schub geben, wird man von Windgeschwindigkeiten in Sturmstärke gesandstrahlt oder gar ins Meer geschleudert. Da dies nicht ganz ungefährlich ist, es kam schon zu Todesfällen, halten wir uns knapp neben dem Abgasstrahl. Nicht nur für die Kinder Felix, Julia und Thorben ein ganz besonderes Abenteuer.

Die Strecke von St. Martin zu den British Virgin Islands (BVI) segeln wir mit Angelika und Jo von der „Magic Cloud“ und Katie und Johannes mit Kindern von der „Luna“ gemeinsam als Flotille. Über UKW-Funk tauschen wir die Segelbedingungen und Befindlichkeiten aus. Zeitgleich erreichen wir am nächsten Morgen den Ankerplatz von Virgin Gorda. Nachdem wir wieder ausgeschlafen sind, bauen wir das Segel an unserem Beiboot „Liese“ auf und segeln zu den „Baths“. Beeindruckende, rund geschliffene Felsbrocken säumen den Strand. Es scheint, als ob Riesen eine Partie Murmeln gespielt und nicht wieder aufgeräumt haben. Wie die „Piraten in der Karibik“ erkunden wir auf verschlungenen Wegen zahlreiche Höhlen. Den kleinen Seeräubern gefallen die versteckten Pools, die sich zwischen den Steinen gebildet haben, am besten.

Leider haben auch hier die beiden Hurrikane „Irma“ und „Maria“ ganze Arbeit geleistet. So sucht man vergeblich nach tropischen Palmen. Die Inseln wurden kahl gefegt und erst ganz langsam beginnt sich die Vegetation zu erholen. Allerorten werden Schuttberge abgetragen, Dächer gedeckt und Fassaden renoviert.

Inzwischen sind wir auf den Bahamas gelandet. Was wir hier in den nächsten Wochen erleben werden, erfahrt ihr im nächsten Bericht.

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