SVG- St. Vincent and the Grenadines

Der Anstieg ist sehr steil und extrem rutschig. An den Bäumen, an denen man sich festhalten könnte, sitzen leider immer wieder giftige Tausendfüßler. Als wir den Gipfel des „Chapeau Caree“ auf der kleinen Insel Carriacou erreichen, werden wir jedoch für alle Strapazen entschädigt. Die Aussicht auf die Tyrell Bay und die umliegenden Inseln ist grandios.

Nach drei Monaten in der Prickly Bay, Grenada, brechen wir, zu neuen Abenteuern auf. An Carriacou gefällt uns nicht nur die gute Aussicht, sondern auch der Ankerplatz „Sandy Island“. An der mit Palmen bewachsenen Sandbank schnorcheln wir durch bezaubernde Korallengärten und Thorben hat viel Spaß damit, Einsiedlerkrebse um die Wette laufen zu lassen.

Das hatten wir noch nie, am selben Tag in einem Land ausklarieren und im nächsten Land wieder einklarieren. Mit Carriacou verlassen wir Grenada und nach nur sieben Seemeilen fällt der Anker in Union Island, das zu St. Vincent and the Grenadines gehört. Über Funk hören wir, daß unsere Freunde von der „Beluga“ ganz in der Nähe sind. So beschließen wir zu den Tobago Cays zu segeln, damit Thorben seinen Freund Fritz wiedersehen kann. Die Tobago Cays sind einige kleine Inseln, die von einem hufeisenförmigen Riff umgeben sind. Drei Tage bleiben wir, und freuen uns darüber mit den zahlreichen Schildkröten durch das glasklare Wasser zu tauchen.

Über Petit St. Vincent und Petite Martinique segeln wir zurück nach Union in die Chatham Bay. In der von grünen Hügeln umgebene Bucht feiern wir Thorbens sechsten Geburtstag. Leider gibt es hier keine Gäste für Kaffee und Kuchen. Beim Spielen mit den Geschenken vergeht die Zeit auch so wie im Flug.

Bequia, die letzte Insel der Grenadinen, entpuppt sich als Perle der Karibik. Wie auf einem See ankern wir vor dem Paradise Beach. Mit türkisem Wasser und weißem Sandstrand trägt er seinen Namen zu recht. Im Ort führt direkt am Wasser ein schmaler Fußweg vorbei an vielen, mit Liebe fürs Detail gestalteten, Cafes und Restaurants. Besonders imposant sind die Wahlknochen im „Whaleboners“. Leider wird hier pro Jahr noch etwa ein Buckelwal aus traditionellen Gründen gejagt und getötet.

In wenigen Tagen erreichen die Segler des Minitransat das Ziel in Martinique. Das Minitransat ist ein Einhandrennen von La Rochelle über die Kanaren und Kapverden bis nach Martinique. Das Besondere dabei; die hochgezüchteten Rennmaschinen sind nur 6,50 m lang! Amrei hat einen der vier deutschen Teilnehmer beim Kurs „Medizin auf See“ kennengelernt. Wir wollen natürlich die Ankunft von Andreas Deubel miterleben! Hinter zwei Minitransat Booten überqueren wir die Ziellinie in Le Marin und sogar für uns wird das Nebelhorn betätigt. In der Marina bekommen wir einen Liegeplatz in der Nähe des Ankuftsteges, so sind wir mitten im Geschehen. Jeder ankommende Teilnehmer wird jubelnd, mit Musik, empfangen, Sektkorken knallen, anschließend wird er zum traditionellen Bad ins Hafenwasser geschmissen. Danach folgen Fernseh- und Presseinterviews. Andreas ist für acht Uhr morgens angekündigt. Einer Vorahnung folgend sind wir um kurz nach sieben auf dem Steg und ein paar Minuten später ist er schon da. Das ist gerade noch mal gut gegangen. In 18 Tagen hat er die Strecke von den Kanaren bis nach Martinique geschafft. Herzlichen Glückwunsch! Noch ganz unter dem Eindruck des Rennens, schildert er seine Erlebnisse und zeigt uns sein Boot.

Gregoire und Delphine, die wir auf den Balearen kennengelernt haben, arbeiten auf Martinique und leihen uns ihr Auto. Das nutzen wir und füllen jeden verfügbaren Platz im Bauch der Lotte mit Lebensmitteln auf.

Nach 10 Tagen in der Marina zieht es uns wieder zu den schönen Stränden in den Grenadinen. Zurück auf Bequia führt uns ein Ausflug zu der Schildkrötenaufzuschtstation. Die bedrohten „Hawksbill-Schildkröten“ verbringen die ersten sechs Jahre ihres Lebens in verschiedenen Becken und werden von „Brother King“ mit Thunfisch aus der Dose großgezogen. Danach werden sie in die Freiheit entlassen. Für diese wichtige Aufgabe bekommt er keine Unterstützung von der Regierung – schade! Bis heute hat der 79 jährige über 900 Tiere ausgesetzt.

„Agape, diesen Bootsnamen kennen wir doch!“ Mit der Besatzung eines norwegischen Bootes namens „Agape“ haben vor 11 Jahren eine schöne Zeit auf Bonaire und den San Blas Inseln verbracht. Die Freude ist riesig, als wir Eli und Oystein wiedertreffen. So klein ist die Welt der Blauwassersegler! An diesem Abend frischen wir zusammen viele alte Erinnerungen auf und planen einen Besuch in Norwegen.

Wie auch einige unserer Freunde, wollen wir das Weihnachtsfest auf Martinique verbringen. Wie es dort weiter geht erfahrt ihr im nächsten Bericht.

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