Tobago – Liming on d’beach

Reggae an jeder Ecke, laessige Rastas, klares Wasser und Sonnenschein, das ist Tobago. “Liming” (deutsch: abhaengen, nichts tuen) ist Freizeitvergnuegen Nummer eins. Das haben auch wir schnell drauf!

Meistens verbringen wir den halben Tag am Strand, wo Thorben nach Herzenslust Schaetze suchen oder im Wasser plantschen kann. Sein neuster Wunsch: ein Metalldetektor. Die Eltern erfreuen sich beim Schnorcheln an den vielen bunten Rifffischen. Damit Thorben auch an der Unterwasserwelt teilhaben kann, machen wir einen Ausflug mit dem Glasbodenboot ins Buccoreef und zum Nylonpool.

Leider gibt es auch noch die alltaeglichen Pflichten. Im Boot wartet ein Berg Waesche auf eine Waschmaschine, alles in den Seesack stopfen, zum Strand rudern, zur Waescherei tragen, falten und wegraeumen und schon wieder ist ein halber Tag weg. Um einzukaufen laufen wir ca. 4 km bis zum Supermarkt mit Zwischenstopp auf dem Spielplatz. Auf dem Rueckweg, mit allen Einkaeufen, halten wir ein Auto an, was hier weniger als eine halbe Minute dauert. Unterwegs werden noch freie Plaetze aufgefuellt. Jede Person bezahlt einen festgesetzten Betrag fuer die jeweilige Strecke. Bis zur Lotte kostet es uns ca. 1 Euro. Fliessendes Wasser haben wir natuerlich nicht an Bord. Alles was wir brauchen muessen wir muehsam, von einem oeffentlichen Wasserhahn, in Kanistern zur Lotte rudern und in die Tanks fuellen.

Ein grosser, dunkler Schatten taucht aus der Brandung auf. Langsam schiebt sich der Koloss auf den Strand, macht eine kurze Verschaufpause, und bewegt sich weiter. Uns stellen sich alle Haaerchen auf. Wir sind in die Bucht von Plymouth gesegelt. Hier legen die Lederschildkroeten in den Vollmondnaechten zwischen Mai und Juli ihre Eier ab. Es ist 21:30 Uhr, Thorben ist muede. Zweimal schon haben wir den gesammten Strand abgesucht, doch nur alte Spuren entdeckt. Gerade wollen wir uns auf den Rueckweg machen, als Amrei die dunklen Umrisse eines Tieres, in den Wellen wahrnimmt. Schnell ist ein Ranger zur Stelle, der uns mit seiner roten Lampe zeigt, von wo aus wir das Schauspiel am besten beobachten koennen. Waehrend die Schildkroete muehsam ein Loch in den Sand buddelt, wird sie indentifiziert und ausgemessen. Das Reptil ist 2,5 m lang und ca. 700 kg schwer. Mit ihren riesigen Vorderflossen laesst sie den Sand in alle Richtungen fliegen. Als die Schildkroete mit der Eiablage beginnt, hebt der Ranger vorsichtig eine Hinterflosse an und wir haben einen ungestoerten Blick wie 50-100 weisse Eier in die Kuhle plumpsen. Ebenso sorgfaelltig wie das Loch gebuddelt wurde, wird es auch wieder zugeschuettet. Doch bevor es zurueck in ihren angestammten Lebensraum geht, werden noch saemtliche Spuren verwischt. Nach eineinhalb Stunden verschwindet sie wieder in den Wellen.

Ende Juli moechten wir nach Grenada segeln, wie es dort weitergeht erfahrt ihr im naechsten Bericht.

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